Nils Heinrich

Kabarett mit Zahnfüllungen aus zwei Gesellschaftssystemen

Musik & Kabarett

Er hat Zahnfüllungen aus zwei Gesellschaftssystemen im Mund. Die erzeugen Strom. Diese zusätzliche Energie kann er gut gebrauchen. Denn er weiß: es gibt keine Gewissheiten mehr, nicht im Politischen und schon gar nicht im Privaten. Junge Leute wachsen heute ganz ohne CD-Rohlinge auf. Kinder hören die gleiche Musik wie ihre Eltern. Und wenn die Enkel Helene Fischer hören, bleibt dem Opa nur die Flucht nach Wacken. Aber wen sieht er da auf der Bühne? Heino! Nils Heinrich ist ein mehrfach preisgekrönter Komiker und als solcher auch weltbekannt z. B. aus dem MDR-Fernsehen. Er kam auch schonmal auf 3sat und RTL II. Und im Radio.

Shows:

Brückentage in Übergangsjacke

Nils Heinrich stellt sich auf die kommenden Zeiten ein. Er ist guter Dinge. Heinrich heißt nämlich Heinrich. Mega! Deutscher geht's nicht. Er ist fein raus, haha! Dunkelblond, blaugraue Augen. Halt: BlauGRAU, das Blau ist ostdeutsch akzentuiert! Er ist noch dazu hetero, verheiratet und hat einige Söhne! Keine Mädchen, Söhne, haha! Die hat er mit Erbgut gezeugt, das in einer Diktatur mit Nudossi angefüttert wurde. Dem Nutella für Desillusionierte. Das war streichfähige Braunkohle, angereichert mit pürierter sowjetischer Baumrinde. Wenn das Justizsystem geschliffen, der Polizeiapparat umgebaut und die Medien synchronisiert wurden, sagt er einfach wie früher das, was die da oben hören wollen.

 
Privat jedoch erzählt er ganz was anderes. Er hat das noch drauf. Seitdem er verheiratet ist, konnte er seine Systemeinstellung sogar noch mehr verfeinern: er denkt sogar ganz was anderes, als er denkt, haha!
 
Vorsichtig ist er nur bei Dunkelflaute. Dann wird’s nämlich finster im Meinungskorridor.
 
Der befindet sich in der Denkfabrik direkt neben der Echokammer, da wo das Zeitfenster ist, gegenüber vom Spielraum. Im Meinungskorridor liegen Teppiche aus roten Linien, die nicht überschritten werden dürfen, aber werden. Die wirklich wichtigen Fragen sind aber eh „Was findest du cringe, was ist nice, was geht ab?“
 
Mein Nagellack. So ist sie, die Gen-Z. Guckt auf Tiktok Deepfakes und rennt mit T-Shirts rum, auf denen ‚Nirvana‘ oder ‚Friends‘ steht. Das ist so, als hätte Heinrich in den 80ern T-Shirts getragen, auf denen ‚Comedian Harmonists‘ oder „Heinz Rühmann“ steht. Doch er geht mit der Zeit: wenn er was auf Insta kommentiert, ist das mehrfach codiert: ein rotes Herz bedeutet Liebe, orange heißt „alles wird gut“. Blumenkohl heißt „Wegen dir hab ich Clamydien“. Ganz schlimm ist ein Windrad. Ein Windrad als Emoji heißt: es gibt Ärger in der Familie. Schnell weg! Aber wohin? Im Gegensatz zu 80 Prozent der US-Amerikaner hat Heinrich zwar einen Reisepass. Aber er verreist nicht mehr. Höchstens nach Rügen. Eventuell auf den Mars. Da ist es nicht so überlaufen.
 
 
BRÜCKENTAGE IN ÜBERGANGSJACKE
 
Das neue Programm von Nils Heinrich
 
Jetzt mit 40 Prozent weniger Zukunftsangst.
 
Mit Bewegungsmelder. Und: Megalustig!

Junger Gebrauchter

Vorhang auf und Pillenwecker aus fürs neue Programm von Nils Heinrich. Der knuddelige Kabarettist, der vor 50 Jahren in einer anderen Welt zur Welt kam, sagt „Na, du altes Gerippe?!“ zu seiner zweiten Lebenshälfte. Innen drin ist er immer noch 25. Draußen kriegt er jetzt Falten am Hals. Leute, die ihn regieren, sind teilweise jünger als er. Als Kind trug er Strumpfhosen, jetzt trägt er Schrumpfhosen. Männer reden in diesem Lebensabschnitt immer weniger, Frauen immer mehr. Er ist jetzt sein eigenes Forschungsobjekt.
Wird er werden wie seine Eltern? Wird er konservativ? Wird er noch vergesslicher, als er jetzt schon ist? Geht das überhaupt? Ist es nicht sinnvoller, für sich selbst alternative Wahrheiten zu finden, damit man was Eigenes hat und sich von der spießigen Jugend abgrenzt? Interessiert beobachtet er, wie die anderen auch älter werden. Wie sich bei Menschen seiner Altersgruppe die Tattoos in die Länge ziehen, weil dem Bindegewebe langsam die Piercings zu schwer sind. Lohnt es sich jetzt noch, Influencer zu werden? Und für was eigentlich?

Für Hornhautraspeln? Für Brei? Und wer soll das überhaupt gucken? Gleichaltrige, die ihr Smartphone immer näher an die Augen halten? Warum? Weil im Alter die Arme kürzer werden? Oder damit sie auf dem Display überhaupt noch irgendwas erkennen? Fragen über Fragen und eine einzige Erkenntnis: du kannst nicht über den Tellerrand gucken, wenn du die Suppe bist.

JUNGER GEBRAUCHTER. Das neue Programm von NILS HEINRICH.

Fotocredits auf dieser Seite: Stefan Maria Rother || Sollten Sie Pressetexte, Bilder zur Veröffentlichung benötigen, bitten wir Sie diese explizit per Mail (info@agentur-streckenbach.de) anzufordern.